18. Juni 2023 - 11:00
Straubing (D)

Tibor Eichinger und Stefan Varga meet Bertl Wenzl, Saxophon .

Tibor Eichinger (H) und Stefan Varga (D) – Gitarre und Komposition, Bertl Wenzl, Saxophon 

Stefan Vargas Vater floh 1956 nach dem niedergeschlagenen Aufstand aus Ungarn, Tibor Eichingers Großvater war noch k.u.k. – Soldat und sprach deutsch, die Familie war im damals ungarischen Teil Rumäniens ansässig. Beste Vorraussezungen für die beiden versierten Jazzmusiker, um die musikalischen Möglichkeiten der Achse Frankfurt-Budapest im Gitarrenduo auszuloten. Dabei kommen ihnen die unterschiedlichen Einflüsse zugute: Eichinger arbeitet wie einst Béla Bartók gerne mit Balkanrhythmen und -melodien, Varga verbindet klassische europäische Einflüsse J.-S. Bachs mit der Jazzharmonik Pat Methenys. In Eichingers Kompositionen spiegelt sich die Lebensfreude seiner ungarischen Seele wieder, während Vargas Stücke eher lyrische Qualität haben.
2004 wurde das Debütalbum WEST AND EAST veröffentlicht. 2009 folgte die zweite CD BALKAN SKA mit einer Liveaufnahme vom Jazzfestival Budapest, 2011 „ZoZo – squared“ und 2016 BROTHERS IN ART.

Das RAVEN bietet heute ein einmaliges kammermusikalisches Zusammentreffen mit dem Straubinger Saxophonkünstler Bertl Wenzl, denn die beiden Gitarristen vor Jahren beim Bayerischen Jazzweekend kennenlernten und mit dem sie sei damals freundschaftlich verbunden sind.

Tibor Eichinger wurde in Ostungarn geboren. Er begann mit 13 Jahren, Gitarre zu spielen, besuchte das Béla Bartók Konservatorium und studierte an der Franz Liszt Musikhochschule, wo er mit dem Diplom im Fach Jazzgitarre abschloss. 1994 gründete er sein erstes Jazzquartett und trat damit auf Budapester und ungarischen Bühnen auf. Sein erstes Jazzalbum erschien 1999. Außerhalb seines eigenen Jazzquartetts nahm Tibor Eichinger an zahlreichen Produktionen teil, wie in Theaterstücken des Ensembles Kréta Kör (Kreidekreis). Er war Mitglied des Wertetich Orchestra (Balkanmusik), der bekannten Undergroundband AMORF ÖRDÖGÖK sowie des Bop-Art Orchestras. Er schrieb Filmmusiken und trat im Duo mit dem Gitarristen Gábor Gadó auf. Eichinger hat mittlerweile 7 Alben unter eigenem Namen veröffentlicht und ist eine feste Größe in der ungarischen Jazzszene.
Auch Stefan Varga begann mit 13 Jahren, Gitarre zu spielen. Er studierte an der Wiesbadener Musikakademie klassische Gitarre und an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz Jazzgitarre bei Werner Neumann und Norbert Scholly. Workshops bei Mike Stern, Larry Carlton, Steve Morse und Klaus König ergänzten seine Ausbildung. Neben der Arbeit mit vielen Jazz- und Rockbands sowie im Theater schrieb Varga Filmmusiken für ARTE und ZDF. Er spielt mit Ruud van Duijse bei den Swing Guitars, arbeitet im Duo mit der Sängerin Naomi Kraft und mit seinem eigenen Trio mit Jens Biehl (Schlagzeug) und Wolfgang Ritter (Kontrabass). Vargas neueste Veröffentlichung ist das Album „Orpheus“, das die Trioarbeit mit Gesangsstücken und Soli des Trompeters Heiko Hubmann in Beziehung setzt. Stefan Varga spannt in seinen Kompositionen einen weiten Bogen zwischen Bach und Jazz, Rock und Knitting Factory. 

Anmeldung empfohlen – begrenzte Kapazität! Eintritt: Spende.

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